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Langzeitfolgen immer im Blick behalten

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Ich weiß nicht, ob sich dieses Gefühl bei jedem Diabetiker einschleicht: die Angst sich irgendwann zu ärgern, nicht schon früher gewissenhafter mit seinen Blutzuckerwerten umgegangen worden zu sein. In etlichen Diabetes-Zeitschriften, Gesundheitsmagazinen und Online-Artikeln werden die Langzeitfolgen umfassend thematisiert. Aber warum fehlt es der breiten Öffentlichkeit an Sensibilität für diese Krankheit und seine gesundheitlichen Folgen? Zumindest ist das mein Eindruck.

48 Mrd. Euro direkte Kosten entstehen jährlich durch Diabetes (Typ-1 und Typ-2), 80 % davon allein durch Folgeerkrankung – laut Präsident Siegel der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) auf der letztjährigen Herbsttagung. Warum wird die Diabetes-Therapie nicht engmaschiger, warum werden IT-gestützte Mess- und Dokumentationssysteme nicht breiter verwendet und unterstützt?

Vielleicht liegt es daran, weil Diabetes einen so spannungsgeladenen Charakter wie etwa Krebs oder Aids nicht inne hat. Ernst und gewissenhaft sollte Diabetes allemal verstanden werden, wenn die Ausgaben durch den Diabetes, seine Langzeitfolgen und die Anzahl der Diabetiker bedacht werden.

Für manche Erkrankungen und Langzeitfolgen ist zwar eine Verbindung mit Diabetes nachgewiesen, aber die Gründe dafür liegen noch im Dunklen. Ich liste davon ein paar auf: Demenz, Bluthochdruck, Depressionen, Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose, Herzinfarkt, Retinopathie, Nephropathie), erhöhte Schlaganfallgefahr, Schwerhörigkeit, Schultersteife, Cheiropathie (diabetesbedingte Fingersteife), Gallensteine, Fettleber, Schlafapnoe, Magenlähmung, Asthma, Blasenschwäche, Hashimoto-Thyreoditis (autoimmun verursachte Schilddrüsenunterfunktion) usw. Die Liste ließe sich bestimmt fortsetzen. Ein anderer Aspekt, der mir wichtig erscheint: dass auch die Verbindung mit anderen Erkrankungen wie zum Beispiel rheumatischer Vielmuskelschmerz, auch Polymyalgie genannt, die Diabetes-Therapie langfristig erschwert.

Ein gesunder Lebensstil mit abwechslungsreicher Ernährung und Bewegung hilft natürlich, die Gefahr von Folgekrankheiten zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Aber ein breites Bewusstsein kann zusätzlich helfen, Innovationen in der Forschung weiter voran zu treiben – bei Diabetikern, Krankenkassen und der allgemeinen Öffentlichkeit.

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