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„Dawn-Phänomen“ – liefern sekundäre Pflanzenstoffe die Lösung?

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Viele Diabetiker klagen häufig über hohe Blutzuckeranstiege in den Morgenstunden – dieses Problem ist ferner unter dem Begriff „Dawn-Phänomen“ bekannt. Auch Philip beschrieb dieses Phänomen bereits in seinen Blogs. Gerne würde ich über eine komplette Lösung dieses Problems berichten, das kann ich aber leider nicht. Es gibt allerdings begründete Hoffnung, dass man dieses Problem zukünftig noch besser in den Griff bekommen könnte. Deutsche Ernährungsforscher sehen in sekundären Pflanzenstoffen einen möglichen Verbündeten.

Du stellst dir sicherlich die Frage, was und wer sind eigentlich diese sekundären Pflanzenstoffe? Mit einer verbindlichen Definition dieser sekundären Pflanzenstoffe kann ich leider nicht dienen. Denn es gibt sie nicht, da sie chemisch gesehen höchst uneinheitlich sind und es daher schwierig ist, sie konkret einzuordnen. Ihren Namen haben sie bekommen, da sie im Gegensatz zu den Hauptnährstoffen (Kohlenhydrate, Fette, Proteine) dem Sekundärstoffwechsel von Pflanzen entstammen. Sie kommen überall im Pflanzenreich vor und dienen dort häufig als Farb-, Abwehr- und Schutzstoff sowie als Wachstumsregulator.

Doch kommen wir zum eigentlichen Thema zurück. Einer aktuellen Studie (August 2014) zufolge könnten Paprika, Karotten, Petersilie und Co. das Risiko einer Überzuckerung durch eine überschießende Zuckerproduktion in der Leber, reduzieren.
Ein Forscherteam, um Bumke-Vogt C., Osterhoff M. und Borchert A. des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung, konnte erstmalig zeigen, dass zwei sekundäre Pflanzenstoffe den Aufbau von Enzymen herunterregulieren, die für die Zucker- und Fettneubildung entscheidend sind. Es handelt sich bei diesen sekundären Pflanzenstoffen um die Flavone (Flavonoide) Luteolin und Apigenin. Die Forscher konnten an in Kultur gehaltenen, menschlichen Leberzellen nachweisen, dass die beiden genannten sekundären Pflanzenstoffe innerhalb einer Zelle die Signalwege des Botenstoffs Insulin beeinflussen und so die Zuckerproduktion als auch den Fettaufbau vermindern. Dass Luteolin und Apigenin entzündungs- und krebshemmende Eigenschaften besitzen, ist schon etwas länger bekannt; dass sie allerdings auch einen Effekt auf den Zuckerstoffwechsel haben, ist bis dato wenig erforscht worden. Die Forscher stießen auf diese beiden Stoffe, als sie natürliche Substanzen suchten, die sich positiv auf Diabetes mellitus Typ 2 auswirken.

Okay, da waren jetzt einige Fachbegriffe versteckt und du stellst dir sicherlich die Frage, was bedeutet das für mich? Es bedeutet für dich, wenn deine Ernährung reich an diesen Stoffen ist, du zukünftig dein Risiko senkst, dass du beispielsweise über Nacht zu hohe Blutzuckerwerte bekommst, weil deine Leber zu viel Zucker produziert. Eine andere gute Nachricht ist, dass hier ein vielversprechender Grundstein gelegt wurde, damit du zukünftig Diabetestherapeutika auf pflanzlicher Basis erhalten kannst, die helfen, deine Blutzuckerwerte zu stabilisieren.

Diese oben genannten sekundären Pflanzenstoffe findest du vor allem in Lebensmitteln wie Sellerie, Karotten, Paprika, Pfefferminze, Thymian, Rosmarin, Oregano, Petersilie, grünem Tee, Kamille, Zwiebeln, Grapefruit und Orangen wieder. Viele der genannten Pflanzen finden sich auch in unseren Rezepten. Schau doch mal nach und dann ran an den Herd!

Wer gute Englisch- und Chemiekenntnisse hat und das ganze nochmals genau nachlesen möchte, kann dieses unter dem folgendem Link:

http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0104321

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