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Swim, Bike, Run – vom HH-Triathlon auf der olympischen Distanz

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Für die mit dem Thema weniger Vertrauten: beim Triathlon gibt es – wie beim Laufen auch – verschiedene Distanzen, wobei die Volldistanz – der Ironman – mit 3,8 km Schwimmen, 180 km Fahrrad, 42 km Laufen eine wirklich außerordentlich sportliche Herausforderung darstellt. Bei meinem Start in Hamburg bin ich auf der olympischen Distanz gestartet und musste damit folgende Disziplinen bewältigen:

1,5 km Schwimmen
40 km Fahrrad
10 km Laufen

Das war zwar nicht mein erster Triathlon, aber dennoch meine Wettkampf-Premiere im Triathlon. Dafür war ich an den Tagen davor eigentlich ziemlich gechillt. Samstags haben wir noch genüsslich der Frauen-Elite auf der Sprintdistanz zugeschaut. Mannoman, Wahnsinn! Wie die abgehen auf dem Fahrrad. Da kamen ja die Mofas kaum hinterher… ?

Triathlon habe ich zwar schon öfter gemacht, aber noch nie im Wettkampf. Dementsprechend war ich dann Sonntag früh doch auf einmal ziemlich nervös. Daran änderte auch die Herrgottsfrühe nichts. Denn wir mussten bereits um halb sieben Bus & Bahn Richtung Jungfernstieg nehmen.

Mensch, was ging mir Kopf rum…

„Warum mache ich das überhaupt?“
„Ich kann nicht mal ordentlich kraulen. Die anderen werden mir davon schwimmen“
„Ich habe bestimmt viel zu wenig trainiert.“
„Wenn ich einen Platten kriege, dann ist alles vorbei.“ (Ich hatte kein Flickzeug dabei)
Dann noch alles ohne Musik“ (das ist beim Triathlon verboten). „Und dass, obwohl ich im Training sogar beim Schwimmen Musik höre. Oh oh…“
„Hoffentlich kriege ich keine Hypo. Ich habe gar keine feste Regel für mein Diabetesmanagement beim Triathlon entwickelt, ahahah…!“
„Mist, ist das warm in meinem Neo“ (den hatte ich nämlich bereits zuhause angezogen und schwitzte mir in der Bahn einen ab)
„Warum mache ich das nur?!“

Zu allem Überfluss zeigte dann kurz vorm Einlass in die Schwimmarea das CGM meiner Pumpe auch noch einen Pfeil nach unten und ich hatte vom Frühstück noch Insulin aktiv. Den Frühstücksbolus hatte ich natürlich reduziert. Und die temporäre Basalrate (TBR) war auch schon längst aktiv. Ein schneller BZ-Test bestätigte jedoch die Angabe des CGMs. Also schnell Traubenzucker rein und bloß keine Hypo im Wasser kriegen. Vor lauter Angst, beim Schwimmen zu unterzuckern, aß ich viel zu viel TZ, was mir jedoch erst später bewusst wurde.

Die Pumpe – die neue Minimed 640G von Medtronic inklusive dem neuem CGM und SmartGuard (sorry, das Teil ist einfach so super, dass ich mal kurz Werbung machen muss) – ist nun auch wasserdicht. D.h ich konnte sie beim Schwimmen einfach anbehalten und musste sie nicht in der Wechselzone deponieren.

Als mein Startblock dann endlich zum Schwimmstart rein durfte, wurden wir erst einmal mit einer Warm-up-Animation begrüßt. Da beruhigte ich mich dann auch schnell wieder. Als wir ins Wasser durften, stellte ich fest, dass viele noch viel nervöser waren als ich. Also war alles halb so wild. Beim Schwimmen selber brauchte ich eine Weile um meinen Rhythmus zu finden, doch bereits vor der Kertwende hinter der Kennedybrücke zwischen Binnen- und Außenalster – ha, wer hätte das gedacht – überholte ich Brust schwimmend ein paar Krauler. Auch der am Ende der Schwimmstrecke einsetzende Regen konnte mich nicht mehr bremsen. Kurz vor Ende konnte ich – auch durch die Anfeuerung von André und meiner Eltern – zum Zielsprint ansetzen. Das Schwimmen lief also gar nicht so schlecht wie angenommen. Die 1,5 km absolvierte ich in guten 35 Minuten. Yes!

Jetzt ging es schnell weiter aufs Fahrrad. Nein, nicht wirklich schnell. Denn irgendwie verplemmperte ich in der Wechselzone Zeit. Zum Einen war mein BZ durch den ganzen TZ nun bei überdiemensionalen Dreihundert-und-noch-viel-mehr-BZ-Milligramm und zum Anderen regnete es total, was das Ausziehen von Neo und Anziehen von Fahrrad- und Laufklamotten erschwerte. Dabei wollte verwendete ich wie so oft beim Sport schon extra GlucoMen Ready – ein spritzwassergeschützes All-in-one Messgerät -, um Zeit zu sparen. Als ich schon das Fahrrad zum Start schob, musste ich noch einmal umkehren, weil – ich Dusel – meine GPS-Uhr an meinem Wechselpunkt vergessen hatte.

Das Fahrradfahren – die eigentlich am angenehmsten erscheinende Disziplin – bewies sich am diesem Tage gar nicht als solche. Wo es den Tag zuvor noch strahlenden Sonnenschein und Hitze gab, regnete es sich gerade heftig ein. Hamburg eben! Super, und dann noch aufs Rennrad. Aber da muss ein Sportler durch. Ich frierte mir also alles mögliche ab beim Radeln – besonders die Finger waren schnell taub – und versuchte durch ganz vorsichtiges Korrigieren (es waren bestimmt nicht mehr als 0,6 Einheiten) meinen BZ von seinem Höhenflug einzufangen. Das Korrigieren war jedoch drigend nötig, da mein Körper bei der ganzen sportlichen Belastung Energie brauchte, für dessen Aufnahme mein Wert einfach zu hoch war.

Nochmals Zeit verlor ich nochmals, da ich bei der Wende zur 2. Runde (es waren zwei 20 km-Runden zu absolvieren) glaubte in der falschen Spur zu sein. Den Ordner, den ich fragte, hatte irgendwie auch nicht so durch den Durchblick ;-), was mich wieder einige Minunten kostete. Mit einer Zeit von 1:23 Stunden für die 40 km Bike konnte ich dann für dieses ganze Dilemma halbwegs zufrieden sein. Beim nächsten mal werde ich es besser machen!

Nun ging es ans Laufen – meine Königsdisziplin. Aber halt!, vorher noch in die Wechselzone. Und dort musste ich zunächst erst mal ganz drigend aufs Dixi. Der Bergsteiger-BZ drückte ganz schön auf die Blase. Außerdem zeigte das CGM nun mehrere (2 oder 3) Pfeile nach unten, was fürs Laufen ziemlich ungüngstig war. Also schnell Reinfuttern. Schokoriegel, Gels und TZ. Vorher musste ich jedoch auch nur die Fahrradschuhe auf Laufschuhe wechseln. Bei dem ganzen Regen war das leichter gesagt als getan. Eine gefühlte und ewige Ewigkeit versuchte ich meine pitschnassen Füße in die noch nasseren Schuhe zu bekommen (die Wechselzonen waren leider im Freien). Die Schuhe waren von innen wie eine glitschig Rutschbahn. Deswegen verrutschte mir immer wieder die Innensohle des Schuhs. Man hat das Zeit gekostet, bis ich da drin war… Insgesamt habe ich in den Wechselzonen mehr als 20 Minuten verplemmert. Das schreit nach Optimierungsbedarf!

Nach dem Wechsel vom Fahrrad zum Laufen fühlt sich das Laufen überhaupt nicht rund an. Das kannte ich schon vom Training. Zu allem Überfluss musste ich mir auch noch TZ reinstopfen, um die sinkende Tendenz des CGMs zu stoppen – was mir überraschenderweise sogar gelang. Und mir fehlte meine Musik…. Ah zum, Glück, da war meine Anfeuerungstruppe, yuppieee! Direkt vor mir entdeckte ich dann eine Läuferin, die etwa mein Tempo lief. Super, ich ließ mich von ihr ziehen. Bereits vor Kilometer 5 konnte ich sie überholen. Doch was war das? Auf einmal war sie dabei, mich wieder zu überholen. „Mist“, sagte ich, „jetzt hast du mich!“ Doch so etwas gibt es unter Läufer nicht. Sie motivierte mich und zog mich mit – bis sie nicht mehr konnte. Doch nun war der Spieß umgedreht. „Gib Gas und ja nicht aufgeben“, gab ich ihr zu verstehen. Davon angestachelt hatte ich neue Energie gewonnen und machte weiter ordentlich Tempo. Je näher ich mich dem Ziel näherte, desto mehr Zuschauberjubel konnte mich weiter pushen. Im Ziel kam ich nach 45 Minuten an und dann wusste ich auch wieder ganz, warum ich das Ganze überhaupt mache! 🙂

Danke an Marie für die Laufmotivation und für eine durchschnittliche Pace beim Laufen von 4:33/km – du warst meine fehlende Musik ;-).

Danke an mein super Stimmungsmacher- und Supporterteam, danke André, danke Mama & Papa! ?

Danke auch an die IDAA (international diabetes athletic association), die mir als neues Mitglied den Start finanziell ermöglicht haben und durch die anderen (teilnehmenden) Mitgliedern auch ein super Anfeuerungsteam stellen konnten.

Danke Diabetes, dass du hinterher wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt bist (Ziel-BZ 182) ;-).

Eine Sache noch: Der GlucoMen Ready hat den Triathlon nicht überlebt. Aber nicht, weil er dafür nicht gemacht ist, sondern eher, weil ich mal wieder duselig war. Denn ich habe zwischen Schutzkappe und Gerät einen Streifen klemmen lassen, sodass die ganze Feuchtigkeit des Regens in die Elektronik des Geräts ziehen konnte. Wer mich näher kennt, würde sagen „typisch Kathi!“ ?

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