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Warum ein ausgeglichener Mineralienhaushalt für jeden Diabetiker wichtig ist

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„So, Sie müssen dann mal zum Nephrologen Irgendetwas stimmt nicht mit Ihnen!“ Okay, gerne. Ach ja: Was ist denn bitte ein Nephrologe?
Die Frage, die ich Ende des letzten Jahres meiner Diabetologin stellte, konnte schnell geklärt werden. Der Nierendoktor, der noch gesucht werden wollte, konnte mir garantiert erklären, warum mein Blutbild solche miserablen Werte ausspuckte. Ebenso hatte ich mit einigen Dingen zu kämpfen: trockene Haut, Antriebslosigkeit und wenig Energie. Und nicht zu vergessen: Meinen Blutzuckerspiegel hatte ich auch nicht mehr ganz unter Kontrolle. Woran lag’s also?

Wie würzen Sie denn bitte?

Der Arzt für meine beiden Nieren war schnell gefunden. Und die Ursache für mein latent ungutes Wohlbefinden (nach einer 24-Stunden-Urin-Sammlung) auch: Mein Natriumgehalt war – um es mal vorsichtig auszudrücken – doch recht ungewöhnlich. „Sehen Sie, Herr Bolognesi, zwischen 90 und 200 ist der Normalwert. Und Ihrer…naja, 440 ist doch recht hoch! Essen Sie Salz pur?“ Oha. Aber eigentlich konnte das ja gar nicht sein. Obst und Gemüse stehen bei mir doch täglich auf dem Essensplan. Irgendwie. Aber Moment mal… Ich liebe ja schon Meersalz, das gute Fleur de Sel. Und Ayran, das türkische Nationalgetränk bestehend aus Joghut, Wasser und…ja, Salz, trinke ich auch recht häufig. In der Woche können das schon gern 1,5 l sein. Aber kann das die Ursache für meinen enormen Natrium-Überschuss sein?

Nehmen Sie den Essensplan unter die Lupe – und auch Ihre Trinkgewohnheiten

Nach diesem Befund ging ich in die Recherche und drehte meine sämtlichen Essensgewohnheiten der letzten acht Wochen auf links. Morgens, mittags, abends. Auf Zwischenmahlzeiten verzichte ich als Typ-1-Diabetiker schon seit zwei Jahren. Wenn der Hunger sich meldet, werden Gemüsesorten klein geschnibbelt – und mit bisschen Kräuter und Salz (!) gepimpt. Daran kann es auch nicht komplett liegen, oder? Was trinke ich eigentlich noch so? Ayran, Salz, das war klar. Und sonst so? Wein, das obligatorische Bier nach Spielen im Verein? Hm, wie schaut es eigentlich mit meinem Lieblings-Mineralwasser aus, auf das ich seit Jahren schwöre…? Das war’s es. Das Wasser meines Vertrauens besaß mit Abstand den höchsten Natriumwert im Vergleich zu allen anderen Mineralwässern im Getränkemarkt!

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Nachdem ich also mein Mineralwasser gewechselt habe, musste ich zunächst zwei Obst-Reis-Tage einlegen, um meinen Körper vom überschüssigen Natrium zu befreien. Morgens fand ich nun in meiner Müsli-Schale einen bunten Mix aus Mango, Apfel, Banane und Avocado wieder, mittags gab es Reis, ohne Salz gekocht natürlich. Mit ein paar frischen Kräutern konnte ich ihn sogar ganz gut runterschlingen – mit der Hilfe von natriumarmen Mineralwasser und ungesüßtem Tee. Das Ergebnis: Ich verlor an diesen beiden Tagen 2 kg und verspürte recht schnell, dass sich mein Hautbild verbesserte. Die Energie kam daraufhin wieder zurück. Und auch die hohen Blutzuckerwerte am Morgen sind nun vergangen.

Ernährung komplett umgestellt

Nach diesem einschneidenden, salzigen Erlebnis habe ich meine Ernährung überdacht und komplett verändert. Nun setze ich überwiegend auf frische Zutaten, abwechslungsreiche Kost – natürlich salzreduziert – und viel Gemüse. Morgens vertraue ich auf grüne Smoothies mit guten Kohlenhydraten und viel Protein, mittags gibt es hauptsächlich (Süß-)Kartoffel- oder Reis-Pfannen mit viel Gemüse und wenig bis gar keinen Fleisch, abends Gemüse oder Salat. Der Griff zu eingelegtem Gemüse (in Salzlake) gehört ebenso der Vergangenheit an wie die Fertigpizza. Aber einen Ayran erlaube ich mir ab und zu doch noch. Wenn auch nur einmal die Woche…

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