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Ballaststoffe – Dein Freund und Helfer

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Es gab eine Zeit, da waren Ernährungsphysiologen der Auffassung, dass das „alte Verfahren“, also das ganze Korn in einem einzigen Verfahren mitsamt der Kleie zu vermahlen, aufgehoben werden sollte. Das war allerdings vor 100 Jahre, denn heute erkennt man, dass die damaligen Ernährungsphysiologen einem Irrtum unterlagen. Neure Ergebnisse zeigen, dass die Ernährung allgemein reich an Ballaststoffen sein sollte. Mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich empfehlen daher verschiedene Fachgesellschaften.

Die DGE empfiehlt 16 Gramm je 1000 Kilokalorie bei Frauen und 12,5 Gramm je 1000 Kilokalorie bei Männern. Laut einer Studie des hannoverschen Instituts für Lebensmittelwissenschaften und Humanernährung 2012 liegt die Ballaststoffzufuhr zwischen 16 – 29 Gramm pro Tag bei Frauen und Männern in Deutschland. Ebenda steht auch, dass 75% der Frauen und 66% der Männer die Aufnahme von 30 Gramm nicht erreichen.

Verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Angebot in Deutschland und anderen Industrienationen an ballaststoffreichen Lebensmitteln, wie Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte, reich und vielfältig ist. Doch höchst wahrscheinlich liegt es auch daran, dass Ballaststoffe lange keine Wertschätzung als Nahrungsbestandteil erfuhren und als überflüssig galten.

Heute schätzt man Ballaststoffe in der Therapie von Typ-II- & Typ-I-Diabetes, da es vielfältige physiologische Funktionen übernimmt. Ballaststoffe beeinflussen den Glukose- und Insulinstoffwechsel beispielsweise sehr positiv. Sie hemmen beispielsweise die Glukosefreisetzung und –aufnahme im Dünndarm, wodurch der Blutzuckerspiegel nach der Nahrungsaufnahme nicht so schnell ansteigt. Insbesondere lösliche Ballaststoffe wie Guar, Psyllium oder Pektin haben diese reduzierende Wirkung. Unlösliche Ballaststoffe, wie sie in Vollgetreide zu finden sind, konnten in einer Studie von Russel et al. 2013 diese Wirkung nicht bestätigen. Einheitlich sind die Studienergebnisse leider nicht. Obwohl Studien aus den Jahren 2012/13 im Gegensatz zu älteren Studien von 2010 positive Ergebnisse bei der Reduktion des HbA1c-Wertes zeigten, ist die Beweiskraft noch nicht vollständig belegt. Dennoch weisen neue Ergebnisse darauf hin, dass besonders Personen, die an Typ-II-Diabetes leiden, versuchen sollten, eine Aufnahme von über 30g/d Ballaststoffe zu erreichen. Eine Erhöhung der Ballaststoffzufuhr um 14g/d hat einen sehr positiven Effekt, wenn Du dein Gewicht reduzieren musst.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass du unbedingt zu sehen solltest, dass du täglich mindestens 30 – 40g Ballaststoffe zu dir nimmst. Gute Ballaststoffquellen sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, reichlich Gemüse und Salat.

Auch wenn Homer Simpson der Meinung ist, „Man findet keine Freunde mit Salat“! Sind wir anderer Meinung. Wir denken, Salate sind deine besten Freunde und Helfer!

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