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Was ist die beste Ernährung für einen Diabetiker?

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Nun befindet sich mein Salzgehalt in einem ordentlichen Bereich. Und auch meine Ernährungsgewohnheiten habe ich mittlerweile komplett überdacht und angepasst. Beklagen kann ich mich derzeit nicht, bei einem HbA1c von 6,1.
Jedoch stelle ich mir folgende Frage: Was ist, wenn ein Diabetiker von seinen Essvorlieben nicht so ohne weiteres wegkommt? Sollte er alles aufgeben, was ihm über Jahre geschmeckt und seinen Gaumen gestreichelt hat?
Nun ja, ich muss gestehen: Bei mir stellen sich Entzugserscheinungen ein. So ein Ayran mundete ja doch ganz schön, besonders nach dem Sport. Und auch meine heißgeliebten Kümmelbrötchen, mit Fleischsalat verziert, schweben noch allzu gerne vor meinem geistigen Auge, wenn ich an der Fleischtheke meines Supermarkts vorbei gehe. Meine angedachte Paleo-Küche bröckelt daher ein wenig, doch im Großen und Ganzen bin ich konsequent. Ein Cheat Day darf und sollte doch auch für einen Diabetiker sein… Oder?

Diabetiker dürfen zwar alles essen, aber…
Ich denke, dass generelle Verbote nicht förderlich und für die eigene Motivation hinderlich sind. Auch wenn sich viele Vorurteile über Jahre hinweg hartnäckig halten: Bei Diabetikern kann und darf eigentlich alles auf den Tisch kommen. Zucker im Kaffee oder das süße Teilchen vom Bäcker? Verboten ist das zwar alles nicht. Aber sollten diese Gewohnheiten wirklich weitergeführt werden? Gibt es nicht etwa Alternativen, die fast genauso gut munden und unsere kulinarische Seele streicheln? Um das zu verstehen, sollte man sich die einzelnen Bestandteile unseres Essen anschauen.

Fette und Fettsäuren
Fette kommen in vielen Lebensmitteln vor und sollten bei der Nahrung über den Tag maximal 30 % ausmachen. Auch hier gibt es Unterschiede: gesättigte Fettsäuren (Butter, Sahne, Fleisch/Wurst), Transfettsäuren (frittierte Speisen und Gerichte, Chips), mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Sonnenblumenöl, Distelöl), einfach ungesättigte Fettsäuren (fette Fischarten wie z.B. Lachs, Thunfisch, Makrele sowie pflanzliche Öle und auch Nüsse) und Cholesterin (Speck, fette Käse- und Fleischprodukte, Eigelb).

Eiweiß / Proteine
Bei der täglichen Energiezufuhr sollen Eiweiß bzw. Proteine zwischen 10 und 20 % ausmachen. Milchprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und fettarme Fleisch- und Fischprodukte zählen dazu. Diese Menge ist jedoch abhängig davon, wie gut die Nieren arbeiten bzw. ob Schäden vorliegen.

Kohlenhydrate – mit den Langsamen schneller ans Ziel
Bei vielen Feinschmeckern unter uns kann die Aufnahme von Kohlenhydraten zwischen 40 und 60 % der täglichen Energie liegen. Unterschieden wird dabei zwischen schnell verwertbaren und langsam verwertbaren Kohlenhydraten. Zu den schnellen Kohlenhydraten zählen allerlei Gebäck, Zucker, Soft Drinks, Obst, Fruchtsäfte oder auch Konfitüre. Getreideprodukte aus Vollkorn (Brot, Reis), bestimmte Gemüsesorten und Hülsenfrüchte zählen zu den langsam verwertbaren Kohlenhydraten und verfügen über reichlich Ballaststoffe. Diese verhindern, dass beim Verzehr der Blutzuckerspiegel schnell ansteigt.

Unterm Strich: Ernährung ist immer individuell
Wichtig ist es in meinen Augen, sich ausgewogen zu ernähren und dabei genau hinzuschauen, aus was genau einzelne Nahrungsmittel bestehen. Denn dort schlummern wahre Geheimnisse. Wenn ich mir die „Zutatenliste“ einer handelsüblichen Fertigpizza anschaue, wird mir persönlich schon ein wenig „unbehaglich“. Der Latte Macchiato aus dem Kühlregal? Nun ja… Lieber einfach frisch selbst kredenzen!
Ich denke, die Mischung macht’s! Kohlenhydrate nehme ich jetzt meist in Form von pflanzlichen Lebensmittel wie Obst oder Gemüse mit einem hohen Ballaststoffanteil zu mir. Sie sättigen lange und tun auch meinem Blutzuckerwert gut. Die schnellen Kohlenhydrate genehmige ich mir jetzt nur noch ab und zu. Denn Kümmelbrötchen mit Fleischsalat sind einfach zu lecker – und wenn sie nur alle 14 Tage auf dem Frühstückstisch erscheinen, freue ich mich umso mehr.

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